Juraj Jascur

Der kleine Tod

Joe sitzt wie der Herrscher des Kosmos höchstpersönlich auf seinem mächtigen Thron. Seine Untergebenen, alles Sklaven, weisen ihm den nötigen Respekt. Sogar Berriot kniet vor ihm nieder, um ihm seine Ehrbietung zu erweisen. Joe weiss es besser. Er selbst ist nur ein Sklave und handelt nur auf Anweisung von Annaria. Sie hat ihm diese lächerliche Attrappe von einem Thron beschafft. Sie hat angeordnet, dass täglich früh morgens dieses zeremonielle Spektakel durchgeführt wird. Er ist der letzte, der es geniessen würde, von so vielen Leuten beehrt zu werden.
Aber Joe macht das Beste daraus. Um diese Zeit sinnvoll zu nutzen, erkundigt er sich bei seinen Leuten nach der aktuellen Situation. Ausserdem hat er es nicht nötig, sie unnötig zu quälen. Er behandelt sie gleich wie damals seine Befehlsempfänger in der Miene. Sie kennen ihn nicht anders als gerecht, weise, tolerant und direkt. Dass sie ihn mit «Oh Herr» ansprechen müssen, stört ihn. Aber er kann es sich nicht leisten sich den Anordnungen seiner Domina zu widersetzen.
«Oh Herr, ich habe angeordnet, dass die Klos blitzblank geschrubbt werden. Oh Herr!»
Joe blickt traurig zu Berriot herunter, vor dem er früher Hochachtung hatte.
«Das hast du gut gemacht. Ich werde mal mit Annaria sprechen, ob du nicht wieder in der Buchhaltung arbeiten darfst.»
In den Augen von Berriot erkennt er ein plötzliches Aufflackern.
«Oh Herr! Ich wäre euch unendlich dankbar! Oh Herr!»
Joe beisst sich in seine Lippen. Insgeheim fragt er sich, warum er gerade diese leere Versprechung gemacht hat. Er weiss nur zu gut, dass sich Annaria niemals erweichen lassen würde. Ihre Entscheidung steht fest. Sie hat Berriot dort, wo sie ihn haben will. Ganz unten! Wäre er nicht so überaus nützlich und kompetent, würde sie ihn in der «Unterwelt» bis in aller Ewigkeit hin Kot einsammeln lassen. Es liegt in ihrer perversen Natur ihre Untergebenen leiden zu lassen.
«Du kannst gehen, lieber Berriot!»
«Danke, oh Herr!»
Berriot blickt ihn noch einmal an, bevor er sich wie ein geschlagener Hund zurückzieht. Joe hat es erkannt. Es ist eindeutig. Der tiefe Hass spiegelt sich immer noch in den Augen dieses Sklaven wieder. Doch die Zeiten haben sich geändert. Niemals würde er es wagen, in aller Öffentlichkeit gegen seinen Vorgesetzten aufzubegehren. Annaria hat ihm wohl sehr arg zugesetzt. Würde er nicht dieses unheimliche Flackern in seinen Augen erkennen, hätte er ihn als gebrochenen Mann eingestuft.
Zu gern wäre er in seine Gedankenwelt eingedrungen. Aber das ist ein Ding der Unmöglichkeit. Seit seinem unerwarteten Aufstieg hat ihm Annaria eine digitale Sperre in seinem Gehirn eingepflanzt. Seither fühlt er sich von seiner Umwelt erst recht isoliert.
«Deine neue Position als Oberbefehlshaber der Sklaven bedeutet nicht nur mehr Freiheit und Macht, sondern birgt auch Risiken in sich. Du sollst nicht durch Gedankengeflüster von deinen Aufgaben abgelenkt werden.»
Joe kann sich denken, worauf sie wirklich hinaus will. Wahre Macht von innen. Die kann sich nur entfalten, wenn seine eigene Gedankenwelt nicht gebremst ist. Aber er gibt nicht auf. Heimlich versucht er diese Barriere zu umgehen. Er braucht nicht einmal seine Augen zu schliessen, um zu sehen, wie seine Neuronen emsig damit beschäftig sind, neue Synapsen zu bilden. Aber er muss vorsichtig sein. Wenn Annaria mitbekommt, was er im Schilde führt, ist es mit ihm aus. Sein Glück ist es, dass sie so viel beschäftigt ist.
Trotz seiner künstlich errichteten Barriere in seinem Gehirn spürt er, wann Annaria ihn im Visier hat und wann nicht. Seine hochsensiblen Detektoren melden ihm sofort, wann eine günstige Gelegenheit gekommen ist und wann er aufpassen muss. Seine neurophysikalischen Berechnungen haben ergeben, dass es noch mindestens fünf Schättowdekadenjahre dauern wird, bis seine Neuronen diese Schranke überwunden haben. Abgesehen davon, dass er nicht weiss, ob er solange warten kann, graust ihn die Vorstellung, dass Annaria sich nur einmal die Zeit nehmen müsste, mit Hilfe ihren hochmodernen Messinstrumenten in sein Gehirn zu blicken, um ihn zu entlarven.
Aber jetzt gibt es kein Zurück mehr. Es ist zu spät. Er könnte zwar mühelos eine neuronale Degeneration einleiten, aber das brächte nichts. Die Spuren seines heimlichen Treibens lassen sich niemals ganz verwischen. Also beschliesst er, vorerst nichts zu unternehmen. Darauf bedacht, die Öffentlichkeit nicht unnötig in Aufsehen zu erregen, verhält er sich so unauffällig wie es nur geht.
Plötzlich betritt Quatla den Raum. Ihr unbekümmerter Gesichtsaudruck gefällt ihm. Im Gegensatz zu all den anderen Sklaven, zeigt sie ihm gegenüber weder Scheu, noch Demut. Sie begrüsst ihn mit derselben Koketterie wie am ersten Tag, als sie sich zum ersten Mal begegneten.
«Ich grüsse dich, oh Herr! Wenn ihr es wünscht, werde ich euch jetzt waschen.»
Selbstverständlich bedient sie sich derselben formellen Sprache wie all die anderen. Das Begehen von Formfehlern wird nicht weniger hart bestraft als kriminelle Handlungen. Sie kauert sich wie ein Kätzchen vor seinen Füssen hin und blickt ihn mit ihren himmelblauen Augen lieblich an. Joe spürt wieder dieses quälende Verlangen zwischen seinen Beinen. Plötzlich klatscht er zwei Mal in seine Hände und im Nu verlassen alle anderen hier anwesenden Individuen diesen Raum. Die Waschzeremonie kann beginnen. Darauf hat er schon ein ganzes Schättowjahr inbrünstig gewartet. Annaria hat es ihm versprochen.
«Wenn du deinen Job gut machst, dann werde ich dich reichlich belohnen. Und als Beweis für meine grenzenlose Güte verrate ich dir sogar den Tag, wann Quatla dich waschen wird…»
Er steht langsam auf. Quatla beginnt nun sein vielschichtiges Gewand, das seinen Status als oberster aller Sklaven kennzeichnet, von seinem Körper zu lösen. Allein dafür braucht es eine umfassende Ausbildung. Selbst er bedurfte einer Einführung, bis er sich mit all den Stoffteilen und deren hoch komplizierten Verhackungen auskannte. Es kostet ihm viel Kraft, um sein Zittern zu unterdrücken. Ihre Bewegungen sind langsam. Trotzdem kommt sie schnell voran. Sie ist schon bei seiner Unterwäsche angelangt.
Wie ein durstiges Tier starrt er mit offenem Mund auf ihre grazile Gestalt, die sich unter diesem luftigen Gewand überdeutlich kennzeichnet. Ihre athletischen Beine lugen neckisch aus dem breiten Stoff heraus. Sie presst ihre strammen Schenkel bewusst fest zusammen. Rasend vor Verlangen versucht er vergeblich einen Blick ihrer weiblichen Scham zu erhaschen.
Er beisst sich in seine Lippen, bis sie bluten, weil ihm plötzlich bewusst ist, dass Annaria dieser einmaligen Zeremonie bestimmt beiwohnt. Ein flüchtiger Blick zwischen seinen Beinen genügt, um sich von seiner gewaltigen Erektion zu überzeugen. Der Stoff spannt sich gefährlich eng um sein Geschlecht.
Quatlas Stimmung verändert sich plötzlich. Sie wirkt nicht mehr so unbeschwert und locker. Ihre Hände zittern, als sie über den seidenen Stoff fährt, der seinen Unterleib umschliesst. Ihr schweres Atmen ist nicht zu überhören.
«Annaria kann uns zusehen!»
Wie ein Blitz schiesst dieser Gedanke durch Joes Gehirn. Als sich seine Blicke mit denen von Quatla treffen, weiss er, dass sie dasselbe gedacht hat. Mit einem Male erkennen die beiden, dass sie sich in einer Zwickmühle befinden. Nicht nur die Tatsache, dass sie sich durch ihre Handlungen und ihren körperlich-geistigen Erregungszustand verraten haben, sondern auch dass Annaria sich mit erschreckend hoher Wahrscheinlichkeit mit ihrer Gedankenwelt verlinkt hat, beunruhigt sie auf alarmierende Weise.
Aber sie machen weiter. Langsam aber sicher entblättert das unschuldige Menschenweibchen diesen vor Erregung bebenden männlichen Körper. Es gibt kein Zurück mehr. Joe beschliesst alles Unangenehme aus seinem Geist zu verbannen. Er schafft es sogar, die lästigen Bilder, welche die demütigenden perversen Spielchen mit Annaria bezeugen, auszublenden.
«Mein Geschenk an dich…sie ist noch unberührt…»
Joe atmet schwer. Er vermag seine Gefühle kaum noch zu bändigen. Geduldig wartet er, bis Quatla ihn von dem lästigen Fetzen Stoff, der sich wie ein stählerner Käfig um sein Geschlecht presst, befreit. Er stellt fest, dass ihre Bewegungen dabei voller Anmut sind. Er kann nicht umhin, als sich zu fragen, wie viele Männer sie bereits in ihrem Leben auf diese Weise beglückt hat. Seine Antwort lautet:
«Ich bin dein Erster!»
Er blickt in ihre himmelblauen unschuldigen Augen. Sie sind erfüllt von Verlangen, als sie, vor ihm niederkniend, seine Füsse zu reinigen beginnt. Sie widmet ihre ganze Aufmerksamkeit jedem einzelnen seiner Zehe, bis er das Gefühl hat, durchzudrehen. Er beginnt wie ein Tier zu schnauben. Sie wäscht ihn unbeirrt weiter. Sie geht dabei erschreckend langsam vor. Jetzt ist sie bei seinen Knöcheln angelangt. Ach, nach einer Ewigkeit erreicht sie endlich seine Waden.
«Oh, ich kann nicht mehr…», seufzt er in Gedanken.
Aber er kann und er wird es aushalten. Mit unglaublicher Inbrunst massiert sie mit dem Schwamm seine Schenkel. In ihrem Gesicht erkennt er, wie hoch konzentriert sie ist. Ob es ihr wohl ähnlich ergeht wie ihm, kämpfend gegen den überwältigenden Rausch. Plötzlich erhebt sie ihr Haupt. Sie starrt ihn hilflos an. Er glaubt ihre Angst, Verzweiflung riechen zu können. Sie ist durchtränkt mit der Lust einer Frau, die noch nie in ihrem Leben in den Genuss gekommen ist, von einem Mann berührt zu werden.
«Zwing mich nicht…Bitte!»
Er glaubt ihr flehendes Wispern in ihrem Kopf zu hören. Ein Blick auf seine mächtige geschwollene Eichel genügt, um zu erahnen, wie sich eine Jungfrau fühlen muss. Um ihr die Angst zu nehmen, kniet er ebenfalls nieder. Vorsichtig beginnt er ihre Wange zu streicheln. Er kann glauben, was da gerade passiert. Er, der Wilde, der sich früher einfach nahm, was er zu beanspruchen gedachte, dringt vorsichtig in die Seelenwelt dieser unschuldigen Frau. Obwohl ihm seine eigenen Gefühle noch immer fremd sind, erscheinen ihm jetzt die Regungen dieses Menschenwesens vertrauter denn je.
«Fürchte dich nicht. Annaria würde von dir niemals etwas verlangen, das dir schaden würde. Nein! Dafür bist du ihr viel zu kostbar. Du hast von ihr einen einfachen Auftrag zu erledigen. Du sollst mich waschen. Punkt. Wie weit du es zulässt, dass unsere Sinne befriedigt werden, liegt in deinem Ermessen!»…
Annaria liegt in ihrer blauen, kühlen Höhle und beobachtet diese einmalige Szenerie mit gemischten Gefühlen. Von ihrer geborgenen Nische aus durchlebt sie die Emotionen zweier Sklaven, die unterschiedlicher nicht sein können. Und doch, wie ist es möglich, dass ihre Seelen in diesem Augenblick so stark im Einklang sind. Der hart gesottene Krieger von einst, den sie mit voller Hingabe geformt hat, spricht mit soviel Zartgefühl. Er schafft es sogar, eine Frau dazu zu bringen, dass sie sich trotz ihrer unschuldigen Gefühle der Scham und Angst, ihm hingibt. Er bricht ihre zarte Schale auf, ohne sie dabei zu verletzen.
Als er mit seinen rauen Händen über ihren noch jugendlichen Körper gleitet, seufzt sie voller Wonne. Mit kindlichem Eifer beginnt sie seinen stählernen Körper zu erforschen. Und dann passiert etwas, womit Annaria nicht im Entferntesten gerechnet hat. Eben noch ist er ihr gönnerhafter Held, der ihr die Angst genommen und ihr unterdrücktes Verlangen entfacht hat.
«…liegt in deinem Ermessen…»
Das waren seine Worte. Es dauerte eine Weile, bis sie Quatlas Verstand erreichen. Aber jetzt endlich begreift sie, welche Rolle ihr als Frau zusteht. Mit erschreckender Klarheit erkennt sie, dass er, der inbrünstige Kerl, ihr Verfallen ist. Er würde es niemals wagen, diesen kostbaren Schatz, nämlich sie, zu schänden. Es ist ein Moment, ein Bruchteil einer Sekunden, nicht der Rede wert, und doch, für Annaria erweist es sich als das Schlüsselerlebnis. Der verklärte hilflose Blick von Quatla erhellt sich für einen winzigen Augenblick. Innerhalb eines Wimpernschlags verwandelt sich ein unschuldiges Kind in eine sinnliche Frau.
Der Schleier wird für einen winzigen Bruchteil einer Schättowsekunde zur Seite geschoben, und das ganz zu Ehren Annarias. Sie fühlt sich wie eine geile Göttin, welche sich daran ergötzt, wie Quatla ihr Opfer leiden lässt. Bewusst hält sie sich an die Vorgaben, die die Worte von Joe höchstpersönlich bezeugen.
«Es liegt in meinem Ermessen!»
Annaria glaubt diesen Gedanken von Quatla riechen zu können. Wie sie mit ihren filigranen Händen diesen stattlichen Körper bearbeitet, so als ob es ein Stück Fleisch wäre, erregt Annaria bis zur Unerträglichkeit. Wie ein Dämon windet sie sich in ihrem weichen Bett. Ihr Körper wird von krampfartigen Wellen geschüttelt. Sie keucht, als ob ihr Leben am seidenen Faden hinge. Ihr Blick ist wie gebannt auf dieses Menschenpaar gerichtet.
Quatla führt ihren Auftrag professionell aus. Statt ihren wilden Gefühlen freien Lauf zu lassen, setzt sie sie kontrolliert ein. Sie quält Joe, bis er zu wimmern beginnt. Er müsste sie eigentlich hassen. Davon ist Annaria überzeugt. Aber, was sie stattdessen in seinen Augen erkennt, vermag sie nur mit den Worten «aufopfernde Liebe» zu beschreiben. Sein unerträgliches Begehren schlägt nicht in Hass um, so wie sie es erwartet hätte, nein, seine aufrichtige Zuneigung zu diesem Menschenweibchen, steigert sich nur.
Plötzlich beendet sie die Waschzeremonie. Sie handelt immer noch auf Anweisung von Annaria.
«Brich die Zeremonie im richtigen Moment ab! Und wehe, du bringst dieses verdammte Tier dazu, dass es vor deinen Augen ejakuliert! Ich würde dir eigenhändig deine verdammte Ritze zunähen!»
Diese Worte hallen immer noch in dem kleinen Köpfchen von Quatla. Dessen ist sich Annaria gewiss, die sich immer noch wie eine Schlange in ihrer Höhle windet und ihren Orgasmus bis zur Unerträglichkeit hinauszögert, mit dem Ziel, wie eine Supernova zu leuchten. Doch bevor sie kommt, noch bevor sie sich dem süssen kleinen Tod hingibt, starrt sie wie gebannt auf ihre beiden Trophäen, die nur leben, weil sie es erlaubt.
Annaria keucht vor schmerzvoller Lust, als sie beobachtet, wie Joe wie eine Statue dasteht. Lange hält sie es nicht mehr aus. Aber sie muss. Sie will. Sein aufgerichtetes Glied bestätigt auf grauenvolle Weise, dass ihn Quatla im Stich lässt. Sie lässt ihn in seinem rasenden Verlangen ertrinken. Annaria ist kurz davor, die Kontrolle zu verlieren. Spätestens jetzt müsste er sie hassen.
«Hasse sie! Bete sie an! Stürze dich auf sie! Schände sie!», keift Annaria, die plötzlich ganz von Sinnen ist.
Nichts dergleichen geschieht.
«Natürlich wagst du es nicht! Du hast Angst! Du Tier! Ersticke in deiner Lust! Warte nur, ich komme! Ich belohne dich mit Schlägen auf deinem nackten Arsch!», schreit sie mit tödlicher Inbrunst.
Quatla zieht sich langsam zurück. Ihre verführerische Gestalt schimmert im Schein des künstlichen Lichts. Plötzlich dreht sie sich nochmals nach Joe um. Sie wirft ihm einen traurigen und zugleich beschwichtigen Blick zu.
«Ich handle nur im Auftrag!»
In Joes Augen erkennt Annaria etwas, womit sie niemals gerechnet hätte. Dankbarkeit.
«Dankbarkeit», murmelt Annaria, die innerlich erstarrt ist.
Statt sich ihren wilden Gefühlen weiter hinzugeben, beobachtet sie mit beängstigender Nüchternheit, wie die beiden ohne Groll oder Hintergedanken auseinander gehen. Was bleibt, ist ein versöhnliches Gefühl, das den Raum erfüllt. Annaria kann es nicht fassen. Ihr Orgasmus bleibt aus. Ihre wilden Gefühle lösen sich in wunderbarer Harmonie auf. Sie ist nicht einmal imstande zu hassen oder wütend zu sein. Im Gegenteil, sie rollt sich wie ein Embryo zusammen und schläft im Nu ein…
Eine halbe Ewigkeit scheint vergangen zu sein, als Annaria benommen gegen das künstliche Licht blinzelt. Vergeblich lässt sie ihren Mikrohyperkinetischen Chip in ihrem Gehirn nach einem vernünftigen Traum absuchen. Nichts! Sie findet rein gar nichts Sinnvolles, was ihr weiterhelfen könnte. Von ihrer fehlenden Erinnerung ganz zu schweigen, bleibt nur eine gähnende Leere übrig. Ihre tiefen Gefühle kurz vor ihrem Einschlafen haben nichts hinterlassen. Nicht einmal ein vager Eindruck von der Wahrheit.
Träge richtet sie sich auf. Ein vertrautes Gefühl beherrscht ihren Geist. Zorn…Sie ist kurz davor auszurasten. Aber statt sich ihrer Wut hinzugeben, ballt sie ihre Fäuste zusammen. Sie legt ihre mächtige Stirn in Falten. Ihr starrer Blick verrät nichts Gutes. Sie presst ihre fleischigen Lippen zusammen. Ihr rötlicher Schimmer konkurriert mit dem knallroten Leuchten ihrer Vulva, das vor Erregung pulsiert. Plötzlich greift sie sich zwischen ihre Beine. Mit ihren langen Krallen fährt sie unsanft über ihre Klitoris, bis sie zu bluten beginnt. Ihre Augen verdrehen sich, als ob sie in Trance gefallen wäre.
«Joe!», keucht sie voller Inbrunst…

  
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